Die Heiligkreuzkirche auf dem Bühl (Büelkirche)
Mit der Stiftung einer Kreuzbruderschaft durch Pfarrer Bartholomäus Zwingli wird
die Kirche 1484 erstmals urkundlich erwähnt. Archäologische Grabungen im Jahre 1987
legten aber eine spätmittelalterliche Kirche aus dem 12. Jahrhundert frei, die wohl
zur damaligen Burganlage auf dem Büel gehörte. Wann die Kirche ihr gegenwärtiges
Erscheinungsbild erhalten hat, ist ungewiss. Sicher ist die Kirche das Resultat
mehrerer Bauetappen. Vielleicht steht der Bau auf Teilen der ehemaligen Burganlage.
1638 wurde die Südmauer des Kirchenschiffs neu gebaut und innen die heutige Walmdecke
eingezogen. Ein Visitationsbericht von 1639 erwähnt den tadellosen Zustand des
Gotteshauses. Genannt werden auch ein ummauerter Friedhof, ein Beinhaus und ein
Siechenhaus, welches den Flurnamen „Spittel“ erklärt.
Die Heiligkreuzkirche besass nie Pfarrrechte. Bis ins letzte Jahrhundert erlebte der
Bau innen wie aussen bauliche und künstlerische Veränderungen.
1860 fand unter Karl Reichlin aus Schwyz eine umfassende Renovation statt,
unter Wilhelm Schäfer 1913 nochmals eine Renovation mit farblicher Umgestaltung
des Innenraumes. Es blieb der Gegenwart vorbehalten, unter dem Gesichtspunkt wissenschaftlicher
Erfahrungen und Restaurationsgrundsätze die Bühlkirche in den Jahren 1987 bis 1989
umfassend zu restaurieren. Der sakrale Raum überrascht durch eine reiche Fülle
bedeutender Zeugnisse kirchlicher Kunst von der Gotik bis ins 20. Jahrhundert.
(Wandmalereien, Tafelbilder und Skulpturen von hoher Qualität)
Das Glockengeläute, gegossen anno 1860 in der Giesserei Carl Rosenlächer in
Konstanz mit den Schlagtönen g`, h`und dis`` wurde vor wenigen Monaten sanft
renoviert. Die in ihrer Grösse immer noch von Hand zu läutende Anlage und
insbesondere die inzwischen sehr seltenen sog. Stockfedernlager, auf denen die
Joche der Glocken ruhen, sind von hohen kulturhistorischem Wert.
(Quellen: Bernhard Anderes, Weesen – Dominikanerinnenkloster und Bühlkirche, Schweiz, Kunstführer GSK Bern 1993, Die Kunstdenkmäler des Kantons St. Gallen, Bd.V, Der Bezirk Gaster von B. Anderes, Seiten 297 ff.)
Glocken Bühlkirche